Münzfund

Im Dezember des Jahres 1991 machten Arbeiter beim Verlegen einer Gasleitung auf städtischem Boden einen sensationellen Fund. Sie stießen auf zahlreiche Münzen, die in einem Tonkrug verborgen worden waren.

Schnell wurde deutlich, dass es sich aufgrund der Masse der Münzen um einen besonderen Fund handeln musste. Sofort wurde die obere Denkmalschutzbehörde hinzugezogen, und der Schatz kam in das Braunschweigische Landesmuseum, wo umfangreiche Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten vorgenommen wurden. In mühevoller Kleinarbeit wurden Tausende von Münzen, die zu Klumpen miteinander verbacken und teilweise korrodiert waren, gereinigt und konserviert.

Der überwiegende Teil der Münzen ist heute in einem außergewöhnlich guten Zustand. Recht bald stellte sich heraus, dass der Münzfund von Höckelheim nicht nur von überregionaler, sondern auch von bundesweiter Bedeutung ist. Mit über 17.000 mittelalterlichen Silbermünzen und zwei Silberbarren ist er der größte erhaltene Münzschatz in Norddeutschland, einer der größten mittelalterlichen Münzfunde Deutschlands.

Nicht nur für Fachleute ist der Münzschatz eine Sensation. Auch für Laien ist es spannend zu erfahren, wie vielfältig die mittelalterliche Geldwirtschaft war. Seit Mai 2004 wird der Fund im Northeimer Museum der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung erläutert verschiedene Aspekte des historischen Münzwesens am konkreten Beispiel. Kernthemen sind die mittelalterliche Münzherstellung, die Wirtschaftsregion des südlichen Niedersachsen, Münzverrufungen und die Münzprägung der Stadt Northeim.

Auch der Anlass der Niederlegung und die Frage nach den früheren Besitzern stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Die Frage, warum dieser Schatz einmal niedergelegt worden war, ist noch nicht endgültig geklärt. Handelte es sich um einen Familienbesitz, der im Vorfeld einer Schlacht vergraben worden ist, um ihn später wieder zu bergen? Möglicherweise, so ist heute die Arbeitshypothese, sollte der Schatz vor der großen Schlacht bei Höckelheim im Oktober 1545 in Sicherheit gebracht werden. Hier standen sich das Heer des braunschweigischen Herzogs Heinrich des Jüngeren, Gegner der Reformation, und Truppen des Schmalkaldischen Bundes der evangelischen Fürsten Deutschlands, gegenüber. Vielleicht starb der Besitzer dieses Schatzes, bevor er sein Vermögen wieder bergen konnte.

Der Schatz, der sich bis März 2004 zur wissenschaftlichen Bearbeitung im Braunschweigischen Landesmuseum befand, wurde Ende März nach Northeim verbracht. Im historischen Kellergewölbe des Heimatmuseums der Stadt Northeim, das extra für diesen Zweck baulich hergerichtet wurde, wird der Höckelheimer Münzschatz nun in unmittelbarer Nähe zu seinem Aufbewahrungsort über die Jahrhunderte hinweg präsentiert.

Die Ausstellung des Höckelheimer Münzfundes wurde gefördert von der Europäischen Union, der Kreis-Sparkasse Northeim, der KSN-Stiftung, dem Land Niedersachsen, dem Landschaftsverband Südniedersachsen,der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Nord/LB.

Die wissenschaftliche Bearbeitung des Fundes durch das Braunschweigische Landesmuseum wurde von der Stiftung Niedersachsen gefördert.

Heimatmuseum
Am Münster 32/33
37154 Northeim
Telefon +49 5551 966-430

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag
10.00 bis 12.00 Uhr

Dienstag, Donnerstag und Freitag
14.00 bis 17.00 Uhr

Nachbildungen des Originalgefäßes und einiger Münzen erinnern daran, dass der Schatz über Jahrhunderte in einem Tonkrug aufbewahrt worden war. Foto: Peter Wentzler - Hinz & Kunst
Nachbildungen des Originalgefäßes und einiger Münzen erinnern daran, dass der Schatz über Jahrhunderte in einem Tonkrug aufbewahrt worden war. Foto: Peter Wentzler - Hinz & Kunst
Als die Münzen geborgen wurden, waren sie teilweise zu Klumpen miteinander verbacken, durch Erde unkenntlich und korrodiert. Foto: Braunschw. Landesmuseum
Als die Münzen geborgen wurden, waren sie teilweise zu Klumpen miteinander verbacken, durch Erde unkenntlich und korrodiert. Foto: Braunschw. Landesmuseum
Bei den meisten Silbermünzen des Fundes handelt es sich um einseitige Hohlpfennige des 13. bis 15. Jahrhunderts. Foto: Braunschw. Landesmuseum
Bei den meisten Silbermünzen des Fundes handelt es sich um einseitige Hohlpfennige des 13. bis 15. Jahrhunderts. Foto: Braunschw. Landesmuseum
Für die Bezahlung größerer Summen sowie für den überregionalen Handel waren die kleinen fragilen Silbermünzen nur schlecht geeignet. Im Groß- und Fernhandel wurden genormte Silberbarren, so genanntes Usualgeld, zur Zahlung benutzt. Foto: Braunschw.
Für die Bezahlung größerer Summen sowie für den überregionalen Handel waren die kleinen fragilen Silbermünzen nur schlecht geeignet. Im Groß- und Fernhandel wurden genormte Silberbarren, so genanntes Usualgeld, zur Zahlung benutzt. Foto: Braunschw. Landesmuseum
Die Miniatur aus einer französischen Handschrift zeigt das Vergraben eines Münzschatzes bei Nacht. Dies war im Mittelalter die sicherste Methode, Münzen zu verbergen. Foto: Archiv
Die Miniatur aus einer französischen Handschrift zeigt das Vergraben eines Münzschatzes bei Nacht. Dies war im Mittelalter die sicherste Methode, Münzen zu verbergen. Foto: Archiv