Der Bürgersaal im St.-Blasien-Kloster

Das St.-Blasien-Kloster ist eine Keimzelle der Stadt Northeim. Es wurde um 1110 von den Söhnen des Grafen Otto von Northeim zunächst als Chorherren-Stift gegründet, wenig später aber in ein Benediktinerkloster umgewandelt. Die Gründung des Klosters an der Kreuzung zweier Handelsstraßen führt zur Bildung einer Marktsiedlung, welche eine Entwicklung Northeims zur Stadt entscheidend bestimmt (1252).

Das Restgebäude des ehemaligen Klosters, der sogenannte St.-Blasien-Komplex geht 1975 in den Besitz der Stadt Northeim über, die erhebliche Mittel zur Restaurierung aufgewandt hat.

Hinter den Kreuzgangfenstern befindet sich seit 1982 der Bürgersaal, ein Raum für festliche Empfänge der Stadt Northeim, in dem aber auch kleinere kulturelle Veranstaltungen stattfinden (75 Sitzplätze). Der Name des Raumes erinnert an den Bürgersaal des 1832 abgebrannten, mittelalterlichen Rathauses im Stadtzentrum am Markt.

Über dem Eingang zur eigentlichen Gruft befindet sich das älteste steinerne Bildwerk, welches in Northeim zu sehen ist. Einen weiteren Schmuck des Bürgersaales bilden zwei schmiedeeiserne Radleuchter mit bronzenen Emblemen der in Northeim ansässigen Innungen. Die Wirkung des Raumes wird durch die Bleiverglasung der Kreuzgangbögen, die ein gedämpftes und durch die Wappendarstellung zudem farbiges Licht einfallen lassen, noch gesteigert. Man erkennt von links gesehen das Wappen der Stadt Northeim, das Konventssiegel des Klosters St. Blasien, das gekrönte "Northeim N", das Wappen des mittelalterlichen Reichs, dem ein Siegel Kaiser Friedrich des III. von 1442 als Vorlage diente, das Wappen der calgenbergisch-grubenhagenschen Landschaft sowie das des Kreises Northeim.

Betritt man den Bürgersaal vom Münsterplatz aus, so befindet sich rechts ein weiterer Zugang zur St.-Blasien-Kapelle, der ehemaligen Sakristrei der Münsterkirche. Die Kapelle ist seit 1517, dem Jahr ihrer Fertigstellung, bis heute hin ununterbrochen gottesdienstlichen Zwecken gewidmet. Heute teilen sich die St.-Sixti-Kirche für Wochenschlussandachten und die reformierte Gemeinde für den sonntäglichen Gottesdienst die Kapelle.

Neben dem Bürgersaal und der Kapelle befinden sich im St.-Blasien-Komplex das Standesamt, das Bürgerbüro und die "Klosterschänke", eine Gaststätte mit einem mittelalterlichen Gewölbekeller.

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