Urkunde zur 25-jährigen Mitgliedschaft im Klima-Bündnis

Bereits im Jahr 1995 ist die Stadt Northeim dem Klima-Bündnis beigetreten. 2020 feiert die Stadt nun 25 Jahre Mitgliedschaft im weltweit größten Städtenetzwerk für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit.

Das Bild zeigt das Logo des Klimabündnisses.

In Anerkennung dieses Jubiläums hat die Stadt Northeim eine Urkunde des Klima-Bündnisses erhalten, die die langjährige Arbeit getreu dem Leitbild „Für lokale Antworten auf den globalen Klimawandel“ auslobt.

Bereits im Jahr 1995 ist die Stadt Northeim dem Klima-Bündnis beigetreten. 2020 feiert die Stadt nun 25 Jahre Mitgliedschaft im weltweit größten Städtenetzwerk für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit. In Anerkennung dieses Jubiläums hat die Stadt Northeim eine Urkunde des Klima-Bündnisses erhalten, die die langjährige Arbeit getreu dem Leitbild „Für lokale Antworten auf den globalen Klimawandel“ auslobt.

2020 feiert auch das Klima-Bündnis selbst ein Jubiläum. Vor 30 Jahren wurde das Netzwerk geboren. Dieses Jahr ist Anlass, die Reise des Klimas-Bündnisses zu reflektieren und den Weg zu ebnen, um globale Klimaschutzziele bis 2050 zu erreichen.

Ganzheitlicher und solidarischer Ansatz

Klima-Bündnis-Kommunen stehen für einen ganzheitlichen und solidarischen Ansatz zum Klimaschutz. Mitglieder des Klima-Bündnisses erhalten Unterstützung bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. Der Verein stellt seinen Mitgliedern Instrumente zum CO2-Monitoring und Kampagnen zu Themen wie Mobilität, Energie und Ressourcennutzung zur Verfügung. Zudem setzt sich das Netzwerk für die Interessen seiner Mitglieder auf nationaler und europäischer Ebene ein. Weitere Informationen auf klimabuendnis.org

Die vergangenen 25 Jahre Klimaschutz in Northeim
Seit einem halben Jahr ist das Klimaschutzmanagement bei der Stadt Northeim eingerichtet und kümmert sich aktiv um die Umsetzung klimaschützender Maßnahmen. Die Grundlage dafür bildet das 2015 vom Rat beschlossene Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt. Aber auch schon zuvor wurden kleine, nicht immer sichtbare Schritte zu einem klimafreundlicheren Northeim gegangen. Hier eine Auswahl der Projekte:

Die Straßenbeleuchtung der Stadt Northeim wurde mit 3 Förderungen in den Jahren 2011 bis 2015 auf LED-Technologien umgestellt. Von insgesamt 3.500 Lampenstandorten steht in den kommenden Jahren nur noch die Umrüstung von ca. 300 Lampenstandorte an. So können Energiekosten gespart und zeitgleich die Treibhausgasemissionen reduziert werden.

Seit dem Jahr 2007 findet regelmäßig „Northeim putzt sich“ statt. Verschiedene Gruppen sammeln an dem Aktionstag illegal entsorgten Müll in der Stadt. Aber hinter den Aktionen steckt mehr als „nur Müll sammeln“: Die Menschheit verursacht zu viel Müll, entsorgt ihn nicht ordnungsgemäß und schadet damit sowohl der Umwelt als auch dem Klima und schließlich sich selbst. Die Aktion stößt an, über den eigenen Konsum nachzudenken und dient damit letztlich auch dem Klimaschutz, wenn so beispielsweise bewusster konsumiert oder verpackungsärmer eingekauft wird.

Auch bei den eigenen Liegenschaften wird Klimaschutz einbezogen: Der Neubau der Kinderkrippe am Wall entspricht dem Niedrigenergiehaus-Standard, es wurde beispielsweise eine Luft-Wärmepumpe eingebaut und das Dach wurde extensiv begrünt. Eine extensive Dachbegrünung ist ebenfalls für die sich derzeit in Planung befindliche neue Schuhwallhalle vorgesehen. Gründächer tragen dazu bei, dass Extremtemperaturen ausgeglichen werden. So wird insbesondere in den durch den Klimawandel zunehmend heißeren Sommern das Mikroklima verbessert und zusätzlich Lebensraum für Tiere geschaffen. Weiterhin wurde in die Bau-Verträge aufgenommen, dass Abfälle zu vermeiden sowie getrennt zu erfassen und sachgerecht zu entsorgen sind, was leider kein Standard ist. Bei der Verwendung von Holzprodukten wird darauf geachtet, dass sie FSC- oder PEFC-zertifiziert sind. Dadurch wird bestätigt, dass das Holz aus nachhaltiger Forst- bzw. Waldwirtschaft stammt.

Ebenso trägt die schrittweise Einführung des digitalen Rechnungsworkflows in der Stadtverwaltung dazu bei, Papier zu sparen, um die Ressource Holz nicht zu verschwenden. So ist beispielsweise keine Archivierung gedruckter Rechnungen und Buchungsbelege mehr notwendig, was sich langfristig auch platzsparend auf das Archiv auswirken wird. Weiterhin werden durch die Ausstattung der Ratsmitglieder mit digitalen Endgeräten zum Beispiel bei der Haushaltsplanaufstellung wesentlich weniger Haushaltspläne (ca. 400 Seiten) gedruckt als noch vor 10 Jahren. Gleichzeitig werden in der Verwaltung Fehldrucke gesammelt, um daraus Notizblöcke für die Mitarbeitenden zu binden. So wird die normalerweise ungenutzte Ressource einer weiteren Verwendung zugeführt.

Weiterhin werden im Bereich Abwasser sukzessive immer wieder Erneuerungen von maschinentechnischen Anlagen und Aggregaten vorgenommen und so alte ineffiziente Anlagen und Motoren durch energieeffizientere ersetzt. Im Jahr 2016 ist eine Maßnahme besonders hervorzuheben: Das veraltete und nicht mehr effiziente Blockheizkraftwerk (BHKW) zur Verstromung von Faulgas und zur Wärmegewinnung wurde mit Fördermitteln der N-Bank erneuert. Das BHKW hat eine elektrische Leistung von 123 kWh, die Wärmeleistung liegt bei 140 kW. Seit Inbetriebnahme Mitte 2017 konnte bis heute eine jährliche CO₂-Einsparung von rund 51 Tonnen pro Jahr nachgewiesen werden. Das BHKW produziert im Jahr rund 585.000 kWh Strom, der für die Abwasserbehandlungsprozesse selbst verbraucht wird, und so den erforderlichen Strombedarf von insgesamt 1.500.000 kWh jährlich zu einem Drittel deckt. Die im BHKW gewonnene Wärme dient zur Beheizung des Faulturms, in dem wiederum aus dem Klärschlamm Methan für das BHKW gewonnen wird.

Auch in Bezug auf Mobilität ist die Stadt Northeim aktiv: Zum Fuhrpark der Stadtverwaltung gehört ein E-Auto. Ein Verbrenner soll durch ein weiteres E-Auto ersetzt und auch ein Pedelec angeschafft werden. Außerdem werden durch die Unterstützung des Landkreises Northeim in dem EU-Projekt „MOVE“ und durch die Planung einer Machbarkeitsstudie hin zu einem Mobilitätskonzept alternative Mobilitätsformen gestärkt.

Austausch mit den Partnerstädten

Mit unseren Partnerstädten Gallneukirchen (Österreich), Prudnik (Polen) und Tourlaville (Frankreich) findet regelmäßige ein Austausch über die Aktivitäten und Erfahrungen der Städte statt.

In den kommenden 25 Jahren möchte Northeim aktiver im Klimaschutz werden, damit die Stadt ihren Teil zur Erreichung des globalen Klimaschutzziels, die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius, besser auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, beitragen kann. Dafür will die Bundesrepublik Deutschland – und auch die Stadt Northeim – bis zum Jahr 2050 nahezu treibhausgasneutral werden. Hierfür müssen die Treibhausgase Northeims um 80 Prozent (gegenüber dem Jahr 2013) reduziert werden. Kurzfristig sollen deshalb in den nächsten zwei Jahren vor allem Maßnahmen aus dem Handlungsfeld „Verwaltung als Vorbild – Klimaschutz in der Verwaltung“, wie beispielsweise eine nachhaltige Beschaffung und ein Energiemanagement, umgesetzt werden. Anschließend soll intensiv der Bereich Mobilität klimafreundlich angepasst werden. Weiterhin sollen mittelfristig vermehrt Bürger_innen, Unternehmen und weitere gesellschaftliche Gruppen zu verschiedenen Klimaschutzbelangen beraten werden.