Sonderausstellung des Heimatmuseums online

Die anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren im November 2018 eröffnete und im Dezember 2019 abgebaute Sonderausstellung „Der Erste Weltkrieg in Northeim – Kriegsende 1918. Und dann?“ ist nun als 360-Grad-Rundgang und als seitenbasierte Website online gestellt. Diese kann direkt unter dem Link northeim-erste-weltkrieg.gbv.de aufgerufen werden.

Das Bild zeigt das Museum.

Ermöglicht wurde dies durch die Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes (GBV) Göttingen. Aufgebaut wurde die Online-Präsentation in enger Abstimmung mit dem Museumsleiter Dr. Stefan Teuber, von Thomas Konradi, Mitarbeiter in der Göttinger Universitätsbibliothek. Präsentiert wird die Online-Ausstellung im Internetprotal Kulturerbe Niedersachsen (Rubrik Streiflichter), wo bereits 302 Exponate des Heimatmuseums und Stadtarchives Northeim online gestellt sind.

Die Homepageseiten sind in die verschiedenen Themenblöcke der Ausstellung gegliedert und präsentieren die ehemalige Sonderausstellung mit beinahe allen Texten und Bebilderung. Der 360°-Rundgang ist vollständig mausgesteuert. Im Rundgang kann hinein- und herausgezoomt werden. Durch rote Kreise gelangt man in den folgenden Bereich oder aber wieder zurück und durch kleine, zettelartige Objekte können Beschriftungen, Erklärungen oder größere Fotos angezeigt werden.

Verantwortlich für das Konzept der Dauerausstellung war eine Gruppe um Stadtarchivar und Museumsleiter Dr. Stefan Teuber. In mehreren gemeinsamen Sitzungen haben Stadtarchivar a. D. Ekkehard Just, Geschäftsbereichsleiter Jörg Dodenhöft und Oberstudienrat a. D. Hans Harer verschiedene Ideen entwickelt und schließlich zu einer Ausstellung umgesetzt.

Die Ausstellung zeigt verschiedene Themenschwerpunkte.

Den Beginn macht eine Einführung zum Kriegsbeginn sowie dem Kriegsverlauf bis zum Kriegsende in Northeim, welche der ehemalige Stadtarchivar Ekkehard Just zusammengestellt hat.  
In der folgenden Sektion taucht der Besucher sozusagen in die Lebensumstände der Frontsoldaten an der Westfront ein.  Durch den Nachbau eines Schützengrabenteils, von welchem aus originale Schlachtfeldszenen, welche durch einen Beamer an die Wand geworfen werden, zu sehen sind, gelangt man in eine Schlachtfeldinstallation inklusive Panzerattrappe. Trümmer, Granatsplitter, Waffen und andere Gegenstände, zum Teil Originalfunde, sind im Schlachtfeld verteilt und müssen durch den Betrachter gesucht werden. Hier sollen, soweit dies möglich ist, gefühlsmäßig die Schrecken des Krieges sichtbar werden. Dieser Bereich ist unter der Leitung von Jörg Dodenhöft durch eine Vielzahl von Helfern entstanden.
Im Folgenden zeigt eine Anzahl aufwendig gebauter Dioramen sozusagen statisch eingefangene Szenen im Zusammenhang des Krieges. Die sehr detailgetreuen Modelle der Dioramen und deren teilweise an Originalfotos angelegten Darstellungen wurden von Jörg Dodenhöft gestaltet.
Der folgende Teil der Ausstellung, wieder von Ekkehard Just, behandelt die Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in Northeim: Novemberrevolution, Arbeiterbewegung, Bürgerbewegung und Nachkriegsstimmung sowie die sogenannte „Hermannsschlacht“.
Zum Schluss werden drei Einzelschicksale Northeimer Kriegsteilnehmer und das Gefallenengedenken in Northeim dargestellt. Besonders interessant ist hier die Entstehung und bildliche Darstellung des Gedenkbildes in der Hieronymus-Kapelle der St. Sixti Kirche, welches durch den Maler Georg Hering angefertigt wurde. Diesen letzten Ausstellungsteil hat Hans Harer zusammengestellt.
An verschiedenen Stellen der Ausstellung sind verschiedene Vitrinen mit Exponaten platziert, welche das eine oder andere Thema vertiefen oder einfach nur den Zeitgeist darstellen, beispielsweise durch sogenannte „Grabenkunst“ und Kriegs-Souvenirs.