Kerninhalte des vor rund zehn Jahren auf den Weg gebrachten Konzepts sind eine Ist- und Potenzialanalysen zu Treibhausgasemissionen und dem Energieverbrauch in der Stadt Northeim. Davon abgeleitet werden konkrete Maßnahmen auf dem Weg zur Klimaneutralität. Das IKSK dient dabei als zentrale Planungs- und Arbeitsgrundlage des kommunalen Klimaschutzes. Dabei sollen neue Strukturen geschaffen sowie die Stadtplanung und Mobilität angepasst werden.
Derzeit wird das IKSK überarbeitet und an den aktuellen Stand angepasst. Ziel ist das sogenannte Vorreiterkonzept, das Northeim den Weg zur Treibhausgasneutralität schneller ebnen soll. Das Konzept wird voraussichtlich im Sommer 2026 abgeschlossen sein. Mit dem Vorreiterkonzept entstehen weitere, maßgeschneiderte Maßnahmen, die sich am aktuellen Stand Northeims orientieren. Dieses Dokument dient künftig als Planungs- und Arbeitsgrundlage. Die Erstellung des Vorreiterkonzepts wird durch die Nationale Klimaschutzinitiative gefördert.
Für die Umsetzung wurde eine zentrale Ansprechstelle für Klimaschutzthemen innerhalb der Verwaltung eingerichtet, die die Formulierung und Weiterentwicklung von Klimaschutzzielen wie dem Beschluss „Klimawandel begrenzen“ vorantreibt. Dabei wurde das konkrete Ziel formuliert, die tägliche Arbeit der Stadtverwaltung bis 2030 und die städtischen Liegenschaften bis 2035 treibhausgasneutral zu gestalten. Grundlage dafür ist der veröffentlichte Energiebericht von 2022.
Konkret wurden neben dem Klimaschutzmanagement auf Beschluss des Rates weitere Stellen geschaffen, die die Erreichung der Klimaschutzziele unterstützen. Seit November 2025 ist eine Mobilitätsmanagerin im Einsatz, die das im Dezember 2025 vom Rat beschlossene Mobilitätskonzept umsetzt. Das Mobilitätskonzept enthält konkrete Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen und CO₂-armen Verkehrsentwicklung in Northeim. Ein eigenständiges ÖPNV-Konzept wurde bereits im Jahr 2024 fertiggestellt. Seit März 2026 wird das Team zusätzlich durch einen Energiemanager verstärkt, der die Stadtverwaltung dabei unterstützt, Energiesparmaßnahmen umzusetzen und den Gebäudebestand klimaneutral zu gestalten.
Darüber hinaus wurde die Lenkungsgruppe „Klima und Mobilität“ eingerichtet. Im April 2026 fand hierzu eine interne Auftaktveranstaltung der Stadt Northeim statt. Ziel der Lenkungsgruppe ist es, eine unkomplizierte und effiziente Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen der Stadtverwaltung zu fördern.
Um die Ziele zu erreichen, werden eine nachhaltige Beschaffung, In-Haus-Schulungen zum Thema Energieeinsparung, die schrittweise Umstellung des städtischen Fuhrparks auf klimafreundliche Alternativen (E-Fahrzeuge, Ladesäulen, E-Bikes), das Angebot des JobRad-Leasings und die schrittweise Umstellung der Beleuchtung auf energieeffiziente Leuchten wie LEDs vorangetrieben.
Um bis 2035 Klimaneutralität für die Stadtverwaltung einschließlich ihrer Liegenschaften zu erreichen, ist die Entwicklung eines Fahrplans zur energetischen Sanierung der Gebäude vorgesehen. So werden beispielsweise Wärmepumpen (etwa bei der Feuerwehr Hohnstedt) installiert. Bei den jüngsten Bauprojekten Schuhwallhalle und Kita Wieterwichtel wurden energetische Maßnahmen bereits umgesetzt. Zudem erfolgt schrittweise die Umrüstung auf LED-Beleuchtung, die bereits in großen Teilen des Rathauses, der Stadthalle und der Astrid-Lindgren-Schule umgesetzt wurde.
Schon jetzt werden Klimaschutzvorgaben in die Bauleitplanung einbezogen und Auswirkungen eines Vorhabens auf das Klima bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt. Außerdem wird der Rad- und Fußverkehr betont, unter anderem durch die Teilnahme am STADTRADELN und der Etablierung des Mobilitätskonzeptes.
Beim vergangenen „Frühlingserwachen“ war die Stadt Northeim mit einem gemeinsamen Informationsstand in der Innenstadt vertreten. Auch beim Northeimer Klostermarkt ist voraussichtlich ein entsprechender Informationsstand geplant. In der Vergangenheit wurde in Zusammenarbeit mit der KEAN (Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen) die Wanderausstellung „Klima-Macher“ organisiert, die im Heimatmuseum besucht werden konnte. Die Exponate dieser Ausstellung wurden der Stadtverwaltung zur weiteren Nutzung überlassen. Derzeit wird nach geeigneten Räumen gesucht, um die Ausstellung erneut zugänglich zu machen und langfristig als dauerhaftes Bildungsangebot zu etablieren.
Seit 2025 fördert die Stadt Northeim Dachbegrünungen. Die Förderung läuft zunächst bis Ende dieses Jahres. Der Antrag ist auf der Website der Stadt und kann auch über das städtische Bürgerportal online ausgefüllt und abgesendet werden.
Nationale Klimaschutzinitiative:
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen."

