Im fachlichen Input wurde deutlich: Demokratie braucht unterschiedliche Perspektiven. Dennoch sind Frauen in politischen Gremien weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Im Deutschen Bundestag liegt der Frauenanteil aktuell bei rund 32 Prozent. Auf kommunaler Ebene sind es etwa 31 Prozent – im Kreistag des Landkreises Northeim sogar nur bei knapp 22 Prozent.
Doch es geht nicht nur um Zahlen. Viele Hürden zeigen sich im politischen Alltag: Frauen berichten von stereotypen Zuschreibungen, Kommentaren zu Aussehen oder Familie statt zu Inhalten und davon, weniger ernst genommen zu werden. Während Männer oft als durchsetzungsstark gelten, werden Frauen bei gleichem Auftreten schneller als „zu ehrgeizig“ bewertet. Auch Hasskommentare und persönliche Angriffe in sozialen Medien treffen Frauen besonders häufig.
Hinzu kommen strukturelle Faktoren: Wer aufgestellt wird, entscheidet sich meist parteiintern. Intransparente Nominierungsverfahren und gewachsene Netzwerke können bestehende Ungleichheiten verstärken. Frauen kandidieren seltener in Wahlkreisen mit realistischen Gewinnchancen, Direktmandate sind zudem zeit- und kostenintensiv. Gesellschaftliche Unterschiede – etwa geringere finanzielle Spielräume – wirken sich dadurch auch auf politische Chancen aus.
In Kleingruppen tauschten sich die Teilnehmerinnen über eigene Erfahrungen aus. Deutlich wurde: Diskriminierung zeigt sich oft subtil – im Tonfall, in Erwartungshaltungen oder in fehlender Unterstützung. Gleichzeitig wurde betont, wie wichtig vielfältige Erfahrungen für gute politische Entscheidungen sind.
Als konkrete Ansätze wurden Mentoring-Programme, parteiinterne Quoten, Argumentationstrainings sowie stärkere Netzwerke genannt. Ebenso wichtig sei es, bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen und Verantwortung gemeinsam zu übernehmen. Die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten leisten hierfür mit Vernetzungs- und Sensibilisierungsangeboten einen wichtigen Beitrag.
Neben dem inhaltlichen Austausch stand die offene Atmosphäre im Vordergrund: Neue Kontakte wurden geknüpft, bestehende Netzwerke gestärkt und gemeinsame Themen für die Zukunft vereinbart.
Eine Fortsetzung des Formats ist für den Herbst geplant.


