19 Hainbuche

Carpinus betulus L.

Birkengewächse

einheimisch; Baum des Jahres 1996

Das Besondere an diesem Baum ist sein schräg gewachsener Stamm. Nach wenigen Metern ändert sich die Wuchsrichtung und die Äste ragen senkrecht nach oben.

Hainbuchen kann man leicht an ihren doppelt gesägten Blatträndern erkennen und von Rotbuchen unterscheiden, deren Blätter einen glatten, leicht gewellten Rand aufweisen. Ihr Stamm mit Längswülsten und Furchen lässt keine Verwechslung mit anderen heimischen Baumarten zu.

Hainbuchenholz gehört zu den härtesten und schwersten unter den einheimischen Baumarten („Eisenholz“). Trotz der schlechten Spaltbarkeit ist es wegen seines hohen Brennwerts heiß begehrt bei Besitzern von Kaminen oder Kaminöfen.

Hainbuchen eignen sich hervorragend als Heckenpflanzen, weil sie nach dem Rückschnitt problemlos austreiben. Aus dieser Verwendungsform leitet sich ihre Bezeichnung „Hagebuche“ ab. Mit dem althochdeutschen Wort „Hag“ war ein Stück Land gemeint, das durch eine Hecke von der offenen Landschaft abgegrenzt wurde.

Oft werden Hainbuchen auch Weißbuchen genannt. Die Namensähnlichkeit mit der Rotbuche darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass beide Arten nur sehr weitläufig miteinander verwandt sind. Sie gehören innerhalb der Ordnung der Buchenartigen (Fagales) verschiedenen Pflanzenfamilien an: Rotbuchen gehören zu den Buchengewächsen, Hainbuchen sind Vertreter der Birkengewächse, wenngleich der Name etwas anderes vermuten lässt. Er bezieht sich auf die ähnliche Beschaffenheit und Farbe der Baumrinde von Rot- und Weißbuche.

Über die Frage, warum der Stamm dieser Hainbuche so schräg beginnt, gibt es verschiedene Antworten. Es könnte daran liegen, dass die junge Hainbuchenpflanze im Schatten der benachbarten Blut-Buche stand und seitlich auswich, um ausreichend Licht abzubekommen. Oder eine unterirdische Wasserader könnte die Ursache sein. Der Nachweis mit der Wünschelrute klappt bei manchen Menschen, bei anderen nicht.

Text und Fotos: Ingrid Müller