Sophie-Scholl-Platz offiziell eingeweiht

Der Vorplatz an der Medenheimer Straße vor dem Medienzentrum in Northeim heißt nun offiziell „Sophie-Scholl-Platz“. Vor der Ratssitzung am 29. Oktober wurden die neuen Straßenschilder gemeinsam mit Mitgliedern des Rates und der Stadtgesellschaft der Öffentlichkeit vorgestellt.

Hans Harer bei der Enthüllung des Schildes. Foto: Stadt Northeim

Die Benennung des bisher allgemein als Medenheimer Platz bezeichneten Ortes geht auf einen Beschluss des Rates der Stadt Northeim zurück.
Mit der Widmung bekommt der Platz zwischen Altem Friedhof, Stadtmauer und Kreishaus nun auch offiziell einen Namen. Welche Bedeutung mit der Benennung verbunden ist, erläuterte der ehemalige Ratsherr und ehrenamtliche Stadthistoriker Hans Harer in einer Ansprache. Sophie Scholl steht stellvertretend für zahlreiche Menschen, die während der nationalsozialistischen Diktatur Widerstand leisteten und dafür häufig mit ihrem Leben bezahlten.
Harer erinnerte daran, dass Menschen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, Religionsgemeinschaften und politischen Richtungen gegen das nationalsozialistische Regime aufbegehrten. Sie alle habe die Empörung über die Verletzung der Menschenrechte verbunden. Während sich nach der Machtübernahme 1933 große Teile der Bevölkerung dem Regime anschlossen oder sich anpassten, entschieden sich nur wenige Menschen für aktiven Widerstand. 
In seiner Rede stellte Harer auch einen unmittelbaren Bezug zur Northeimer Stadtgeschichte her. Er erinnerte an den damals 15-jährigen Heinz Hilke aus der Bahnhofstraße, der im Jahr 1943 Flugblätter gegen das NS-Regime vorbereitet hatte. Die Weiße Rose und das Schicksal ihrer Mitglieder waren ihm nach Harers Darstellung bekannt.
Mit der Benennung des Sophie-Scholl-Platzes soll diese Erinnerung künftig auch im öffentlichen Raum sichtbar werden. Ergänzend sind Informationstafeln vorgesehen, die 19 Menschen aus dem Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur vorstellen. Sie sollen die unterschiedlichen Formen des Widerstands dokumentieren und an Menschen erinnern, die sich unter persönlichen Risiken gegen das Regime stellten.