Pfingsttreffen

Am Samstag, 14. und Sonntag 15. Mai findet das mittlerweile 32. Bundestreffen der Bundesheimatgruppe der Stadt und des Kreises Neustadt / OS in Northeim statt.

Als im Jahr 1952 die Stadt Northeim ihren 700. Geburtstag feierte, übernahm sie – einer verbreiteten Tradition in diesen Jahren folgend – die Patenschaft für die Stadt Neustadt in Oberschlesien. Ziel war es, wie es in der Patenschaftsurkunde heißt: „das Gefühl der schicksalhaften Verbundenheit mit allen heimatvertriebenen Mitbürgern symbolhaft zu bekunden und dem gemeinsamen Willen zur Pflege des geistigen Erbes aus dem deutschen Osten beredten Ausdruck zu geben.“ Im Beisein des Heimatkreis-Vertrauensmannes Anton Belda wurde durch Bürgermeister Gerhard Franke, er war selbst Vertriebener aus Breslau, die Patenschaftsurkunde in der St. Sixti-Kirche an den damaligen Bundesvertriebenenminister Dr. Lukaschek überreicht.

Am 16. Mai 1964 ist dem Wunsche der vertriebenen Einwohner des Kreises Neustadt in Oberschlesien und aus Anlass des 6. Bundesheimattreffens auch die Patenschaft für den Kreis Neustadt/OS übernommen worden. In der Urkunde heißt es: „Der Rat der Stadt Northeim verbindet damit die Hoffnung, dass das für alle Völker dieser Erde geltende Bestimmungsrecht auch dem deutschen Volke zur nationaler Einheit in Freiheit verhelfen möge.“

Im vergangenen Jahr feierte die Stadt Northeim auch mit der heutigen polnischen Stadt Prudnik, dem früheren Neustadt, ihr mittlerweile 25-jähriges Partnerschaftsjubiläum – ein Programmpunkt war eine erneute Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde und Bekenntnis zur weiteren Zusammenarbeit, die sich kürzlich auch durch die Planung einer Schulpartnerschaft der Grundschule am Sultmer zu einer Prudniker Grundschule intensiviert hat.

2014 wurde in Übereinstimmung mit den Verbänden die „Neustädter Heimatstube“ als „Neustädter Zimmer“  in das städtische Heimatmuseum überführt. Bereits 1956 war vom damaligen Northeimer Bürgermeister Gerhard Franke,  angeregt worden, in Northeim eine Heimatstube einzurichten. In dieser Heimatstube sollten die vertriebenen Neustädter die Möglichkeit haben, gerettetes Kulturgut aus ihrem  ehemaligen Heimatort zu sammeln und darstellen zu können.

Der Besuch der „Neustädter Heimatstube“ ist neben einer ökumenischen Andacht, einem Empfang im Bürgersaal, einer Feierstunde am Ehrenmal auf dem Weinberg neben dem gemütlichen Beisammensein immer ein fester Bestandteil der Treffen. Erstmalig findet die „Festliche Stunde“ mit einer Festrede des Bürgermeistes der Stadt Northeim, Hans-Erich Tannhäuser, dieses Jahr nicht in der Stadthalle, sondern auf Wunsch des Vorstandes der Bundesheimatgruppe im Restaurant „Goldener Löwe“ statt. Die musikalische Umrahmung der Feierstunde wird durch Musiker des Northeimer Nachwuchs Orchesters unter der Leitung von Ditmar Goll gestaltet. Den Abschluss des  traditionellen Pfingsttreffens bildet das Einholen der „Neustadtfahne“ am Pfingstsonntag.