|
|
Ortschaften | Imbshausen | Ortsporträt | Home | zurück | Suche | ||||||||
|
|
|
|||||||||
|
Ortsporträt Imbshausen Der Name Imbshausen ist auf den Grafen Immad zurückzuführen, der nach alten Urkunden in den Jahren 826 bis 853 sein gesamtes Besitztum dem Kloster Corvey vermachte. Aus der verschiedenartigen Schreibweise Immadehusen, Immedeshusen, Hymmedeshusen und Immetshusen wurde schließlich Imbshausen. Aus der von dem früheren Hauptlehrer Philips in Langenholtensen aufgestellten Chronik ist zu entnehmen, dass das Gut Imbshausen im Mittelalter oft den Besitzer wechselte. Im Jahr 1561 wird Sievert von Steinberg genannt, der "als Kriegsheld jener Zeit" in seinen Besitz kam. Sein Nachfolger war Ende des 16. Jahrhunderts Adrian von Steinberg, der ein neues Schloss, eine Kirche und auch eine Windmühle vor Imbshausen bauen ließ. Die Windmühle wurde am 28.Juni 1880 durch Blitzschlag zerstört. Seit 1608 sind in Imbshausen ständig Lehrer und Künstler gewesen. Adrian und auch sein Vater sind in der Kirche vor dem Altar begraben. Die Grabsteine sind noch vorhanden. Als Pappenheim im Dreißigjährigen Krieg Northeim belagerte, sollen auch die Glocken, die Turmuhr und Abendmahlsgeräte mitgenommen worden sein. Die Kirchenländereien lagen von 1628 bis 1630 wüst. In den Jahren von 1722 bis 1726 wurde
nach Abbruch der alten Kirche die jetzige Kirche erbaut, und zwar von
Friedrich von Steinberg, dem Achten dieses Geschlechts. Er gründete auch
eine Kirchenbibliothek mit 300 Bänden, die noch heute vorhanden ist. Die
alte Schule wurde 1750 erbaut, 1883 wurde ein neuer Klassenraum im
Schulgarten errichtet, in dem bis 1959 unterrichtet wurde. Auf den alten Grundmauern enstand das jetzige Schloss in den Jahren 1862 bis 1864. Das Gut ging 1857 in den freien Besitz der Familie von Stralenheim über. Den Gerechtsamen und Zehnten wurden damals abgeschafft. Freiherr Henning von Stralenheim, Major aus dem Ersten Weltkrieg, übernahm das Gut 1919. Er war Mitglied des Kreistages in Northeim und erster Vorsitzender des Kreislandbundes. Neben dem Gut gab es nach dem Ersten Weltkrieg Höfe mit 60 bis 70 Morgen Land und Kötner mit 10 bis 20 Morgen. Ab 1832 gehörte Imbshausen gerichtlich zum Amt Westerhof. 1853 wurde das Gericht von Imbshausen ganz aufgehoben. Die Struktur der 570 Einwohner zählenden Gemeinde hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte ständig verändert. Heute haben 210 Einwohner als Pendler außerhalb der Gemeinde ihre Beschäftigung. 28 sind in der Landwirtschaft im Ort, fünf in der Forst und 11 in Gewerbebetrieben tätig. Genau 273 Lohnsteuerkarten sind für 1973 ausgestellt. Die Haushaltsmittel der vergangenen Jahre sind nach den Worten des Gemeindedirektors durch den Gemeinderat außerordentlich sorgsam verwaltet und sinnvoll eingesetzt worden. Schon Ende der 50er -Jahre wurde ein moderner Schulbau erstellt, in dem heute 45 Kinder des ersten und zweiten Schuljahres aus Lagershausen, Denkershausen und Imbshausen von zwei Lehrkräften unterrichtet werden. Alle Straßen der Gemeinde sollen mit Ablauf dieses Jahres ausgebaut sein. Von 1948 bis 1973 wurden rund 540.000 DM für den Straßenbau verwendet. Außerdem ist die Regenwasserkanalisation fertiggestellt. Der restliche Straßenbau für 1973 erfordert einen Kostenaufwand von 61.000 DM. Die wichtigsten Bauabschnitte sind hinter der Schmiede, der verlängerte Alleeweg, die Straße Hinter dem Dorfe, die Triftstraße und die Kruggasse. Auf diesem Sektor geht es mit einem Schuldenstand von 38 000 DM nach Northeim. Zu erwähnen ist die in diesemJahr verbesserte Straßenbeleuchtung. Die Trinkwasserversorgung bereitete der Gemeinde große Sorgen. Der Wasserbeschaffungsverband Imbshausen-Denkershausen löste das Problem in den Jahren1964/65. Mit der Anschaffung eines Löschfahrzeugs in diesem Jahr ist die Ausrüstung der Wehr auf den modernsten Stand gebracht. Stolz ist der Gemeinderat auf die neue Friedhofskapelle, die 1971 begonnen wurde. Ihres harmonisch in die Landschaft passenden Baustils wegen ist sie Gegenstand vieler Besichtigungen auswärtiger Besucher. Was in der Gemeinde noch geschaffen werden muss, ist die Schmutzwasserkanalisation. Auch das Projekt wird sich im Laufe der nächsten Jahre verwirklichen lassen. Der Etat des Haushaltsplanes für 1973 beläuft sich auf 218 000 DM im ordentlichen und auf 46 000 DM im außerordentlichen Teil. Die Pro-Kopf-Verschuldung beträgt 377 DM. Davon entfallen auf rentierliche Schulden 235 DM und auf unrentierliche Schulden 142 DM. Der Schuldendienst der Mitte der sechziger Jahre geschaffenen Wasserleitung wird in zwölf Jahren getilgt sein. Die Wasserleitung war damals mit einem Kostenaufwand von 339 000 DM erstellt. Das Schloss in Imbshausen ist in den Jahren 1862 und 1864 erbaut und war Gutssitz der Familie von Stralenheim. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Räume von Evakuierten belegt. 1946 wurde dort eine polnische Kadettenschule untergebracht, die bis 1951 in Imbshausen blieb. Von 1952 bis 1963 wurde das Schloss an die evangelisch-lutherische Landeskirche vermietet, die ein Predigerseminar einrichtete, das noch heute besteht. 1963 ging das Schloss als Schenkung in den Besitz der Landeskirche über. In Imbshausen gab es im vorigen Jahrhundert auch eine jüdische Gemeinde. In der Chronik heißt es dazu: "Für ihre gottesdienstlichen Versammlungen hatten sie eine Synagoge. Nördlich von Imbshausen war ihnen als Friedhofsplatz die sogenannte Judenkuhle zugewiesen. Hier wurde 1908 der letzte Jude bestattet. Dieser Friedhof ist jedoch noch im Besitz der jüdischen Gemeinde in Northeim. Nach Einführung des Gesetzes über die Freizügigkeit und nach Erbauung der Eisenbahn hatte Imbshausen seinen Wert als Wohnsitz für die Handel treibenden Juden verloren. Allmählich sind sie deshalb von hier verzogen". Im Jahre 1888 wurde in Imbshausen ein Gesangverein gegründet. Zu dieser Zeit hat auch ein Arbeiterbildungsverein bestanden. Aus dem Kriegsverein wurde die heutige Kyffhäuser-Kameradschaft. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 1921 gegründet. Im gleichen Jahr wurde eine ländliche Fortbildungsschule eingerichtet. Im Jahre 1913 wurde ein Jugendheim eingerichtet. Nach der Chronik versammelten sich dort der "Verein christliche junger Mädchen" und der Turn- und Sportverein. Die Nachbargemeinde Lagershausen hat seit alters her im "Abhängigkeitsverhältnis" zu dem adligen Gut Imbshausen gestanden. Waldhüter und auch Holzhauer und Lehnbauern der Gutsherren von Imbshausen hatten vielfach in Lagershausen ihren Wohnsitz. Herrendienste und Abgaben waren von Lagershausen für das Gut Imbshausen zu leisten. |
|
|||||||||
|
Stadt Northeim, Stand 27.09.2004 |
||||||||||