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Geschichte

Die Waldbühne Northeim steht auf historischem Boden

Im späten Mittelalter stand auf dem Grund, der die Bezeichnung "Düsterer Winkel" trug ein "verlorener Turm" als Teil der Landwehr. Der Turmwärter fungierte zugleich als Holzwärter. Nachdem Anfang des 18. Jahrhunderts eine Försterwohnung neben dem Turm geschaffen wurde, avancierte der Ort zum beliebten Ausflugsziel, "oft wanderten Gesellschaften zu ihrem Divertissement", stellten die frühen Chronisten fest und beschrieben den attraktiven Ausflugs-Ort nunmehr als "Brunnen vor dem Bürgerholze". Das gesunde Wasser der Quelle benötigte man zum Bierbrauen, als Löschwasser, zum Bleichen und zur Reinigung der Straßen.

Anfang des 19. Jahrhunderts diagnostizierte ein Northeimer Apotheker einen hohen Schwefelgehalt des Teichwassers. Eine frühe Wasseranlayse (1858) bestätigte, das Wasser war "gesund". Man träumte von einem "Bad bey Northeim", die Stadt tätigte mit dem Bau eines Gasthauses mit Tanzsaal, eines Badehauses, eines Schießstandes und einer Parkanlage erste Infrastrukturmaßnahmen. In der zweiten Jahrhunderthälfte nahm der Schwefelgehalt zunehmend ab und der Badebetrieb ging zurück.

Das Areal "Gesundbrunnen" wurde mehr und mehr zum Ausflugsziel. Der Königsplatz am Gesundbrunnen nahm eine eigene Entwicklung. Auf dem Gelände, was zunächst Thingstätte werden sollte, errichtete der Freiwillige Arbeitsdienst (1934-1936) ein Freilichttheater als Weihstätte, die 1936 mit Kleists Hermannsschlacht feierlich ihrer Bestimmung übergeben wurde.

Von der "Thingstätte" zum demokratischen Symbol

Nach dem 2. Weltkrieg warben "Diplomaten in Weiß" (Deutsche Turner) für die junge Demokratie; nachdem die "Weihestätte" in "Freilichtbühne Niedersachsen" umbenannt worden war, fand am 14. September 1947 die inoffizielle erste Deutsche Meisterschaft der Kunstturner vor fast 10 000 Besuchern statt. Am Vortage trafen sich Vertreter der Turnausschüsse der westlichen Zonen und des Hauptsportamtes Berlin in Northeim und gründeten –sensationell- den "Deutschen Arbeitsausschuss Turnen" (DAT), den Vorläufer des am 2. September 1950 in Tübingen aus der Taufe gehobenen "Deutschen-Turner-Bundes". Die Northeimer Waldbühne war somit die Begegnungsstätte des 1. Deutschen Nachkriegsturntages!

Weitere Entwicklung

In den 50er Jahren war die Waldbühne durch die Aktivitäten der "Spielgemeinschaft Freilichtbühne Northeim" ein Mittelpunkt des kulturellen Lebens in der Stadt. In den 60ern fiel das Amphie-Theater in einen Dornröschen-Schlaf, der Zahn der Zeit, Wurzelfraß, Moose und Pilze schädigten das Mauerwerk. Anfang der 70er Jahre gab es Versuche, die Freilichtbühne als Veranstaltungsort für populäre Musik und internationalen Volkstanz zu etablieren. Nach Sanierungs-
arbeiten und infrastrukturellen Verbesserungen steht heute eine Open-Air-Arena zur Verfügung, die sich vielfältig nutzen lässt.

 

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Stadt Northeim, Stand 11.04.2008