Kultur | Heimatmuseum > Münzfund Home | zurück | Suche

Münzfund von Northeim-Höckelheim

Nach einer längeren Bauphase erstrahlt das Museum
in neuem Glanz und beherbergt nun auch im eigens dafür hergerichteten Gewölbekeller den sensationellen Münzfund von Northeim-Höckelheim

Im Dezember des Jahres 1991 machten Arbeiter beim Verlegen einer Gasleitung auf städtischem Boden einen sensationellen Fund. Sie stießen auf zahlreiche Münzen, die in einem Tonkrug verborgen worden waren.

 

Nachbildung des Originalgefäßes und einiger Münzen

Nachbildungen des Originalgefäßes und einiger Münzen erinnern daran, dass der Schatz über Jahrhunderte in einem Tonkrug aufbewahrt worden war.

Foto: Peter Wentzler - Hinz & Kunst

 

Schnell wurde deutlich, dass es sich aufgrund der Masse der Münzen um einen besonderen Fund handeln musste. Sofort wurde die obere Denkmalschutzbehörde hinzugezogen, und der Schatz kam in das Braunschweigische Landesmuseum, wo umfangreiche Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten vorgenommen wurden. In mühevoller Kleinarbeit wurden Tausende von Münzen, die zu Klumpen miteinander verbacken und teilweise korrodiert waren, gereinigt und konserviert.

 

Münzen, die zu Klumpen miteinander verbacken sind

Als die Münzen geborgen wurden, waren sie teilweise zu Klumpen miteinander verbacken, durch Erde unkenntlich und korrodiert.

Foto: Braunschw. Landesmuseum

 

Der überwiegende Teil der Münzen ist heute in einem außergewöhnlich guten Zustand. Recht bald stellte sich heraus, dass der Münzfund von Höckelheim nicht nur von überregionaler, sondern auch von bundesweiter Bedeutung ist. Mit über 17.000 mittelalterlichen Silbermünzen und zwei Silberbarren ist er der größte erhaltene Münzschatz in Norddeutschland, einer der größten mittelalterlichen Münzfunde Deutschlands.

 

Silbermünze

Bei den meisten Silbermünzen des Fundes handelt es sich um einseitige Hohlpfennige des 13. bis 15. Jahrhunderts.

Foto: Braunschw. Landesmuseum

 

Nicht nur für Fachleute ist der Münzschatz eine Sensation. Auch für Laien ist es spannend zu erfahren, wie vielfältig die mittelalterliche Geldwirtschaft war. Seit Mai 2004 wird der Fund im Northeimer Museum der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung erläutert verschiedene Aspekte des historischen Münzwesens am konkreten Beispiel. Kernthemen sind die mittelalterliche Münzherstellung, die Wirtschaftsregion des südlichen Niedersachsen, Münzverrufungen und die Münzprägung der Stadt Northeim.

 

Silberbarren

Für die Bezahlung größerer Summen sowie für den überregionalen Handel waren die kleinen fragilen Silbermünzen nur schlecht geeignet. Im Groß- und Fernhandel wurden genormte Silberbarren, so genanntes Usualgeld, zur Zahlung benutzt.

Foto: Braunschw. Landesmuseum

 

Auch der Anlass der Niederlegung und die Frage nach den früheren Besitzern stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Die Frage, warum dieser Schatz einmal niedergelegt worden war, ist noch nicht endgültig geklärt. Handelte es sich um einen Familienbesitz, der im Vorfeld einer Schlacht vergraben worden ist, um ihn später wieder zu bergen? Möglicherweise, so ist heute die Arbeitshypothese, sollte der Schatz vor der großen Schlacht bei Höckelheim im Oktober 1545 in Sicherheit gebracht werden. Hier standen sich das Heer des braunschweigischen Herzogs Heinrich des Jüngeren, Gegner der Reformation, und Truppen des Schmalkaldischen Bundes der evangelischen Fürsten Deutschlands, gegenüber. Vielleicht starb der Besitzer dieses Schatzes, bevor er sein Vermögen wieder bergen konnte.

 

Miniatur aus einer französischen Handschrift

Die Miniatur aus einer französischen Handschrift zeigt das Vergraben eines Münzschatzes bei Nacht. Dies war im Mittelalter die sicherste Methode, Münzen zu verbergen.

Foto: Archiv

 

Der Schatz, der sich bis März 2004 zur wissenschaftlichen Bearbeitung im Braunschweigischen Landesmuseum befand, wurde Ende März nach Northeim verbracht. Im historischen Kellergewölbe des Heimatmuseums der Stadt Northeim, das extra für diesen Zweck baulich hergerichtet wurde, wird der Höckelheimer Münzschatz nun in unmittelbarer Nähe zu seinem Aufbewahrungsort über die Jahrhunderte hinweg präsentiert.

Heimatmuseum

Am Münster 32/33
37154 Northeim
Telefon 05551/65060

Öffnungszeiten
Dienstag bis Sonntag
10.00 bis 12.00 Uhr
Dienstag, Donnerstag und Freitag
14.00 bis 17.00 Uhr

 

Die Ausstellung des Höckelheimer Münzfundes wurde gefördert von
der Europäischen Union, der Kreis-Sparkasse Northeim,
der KSN-Stiftung, dem Land Niedersachsen,
dem Landschaftsverband Südniedersachsen,
der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Nord/LB.

Die wissenschaftliche Bearbeitung des Fundes durch
das Braunschweigische Landesmuseum wurde von
der Stiftung Niedersachsen gefördert.

 

Kultur
 

Waldbühne

Ansprechpartner

Bildergalerie

Informationen

Parkmöglichkeiten

Übernachtung

Veranstaltungen

Geschichte

 

Stadtarchiv

Anschrift

Öffnungszeiten

Ansprechpartner

Aufgaben

Archivgeschichte

Bestände

Gebühren

Veröffentlichungen

 

Heimatmuseum

Anschrift

Öffnungszeiten

Ansprechpartner

Ausstellungen 2010/11

Münzfund

Dauerausstellungen

 

Reddersen-Haus

Anschrift

Informationen

Reddersen-Stiftung

Ansprechpartner

KSN-Stipendium

 

Bürgersaal

Ansprechpartner

Benutzungsordnung

Geschichte


Stadt Northeim, Stand 19.04.2010