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DER PLANETENWANDERWEG

Der Northeimer Planetenwanderweg am Wieterrand

Was bezweckt er?

Der Planetenwanderweg soll uns allen die gewaltigen Dimensionen unseres Sonnensystems begreiflicher und bewusster machen. Das soll bei Jung und Alt das Interesse an Astronomie, an den Naturwissenschaften überhaupt, neu erwecken, beleben und vertiefen.

Erinnern wir uns: unser Sonnensystem ist nur ein winziger Punkt in unserem Milchstraßensystem, unserer Galaxis. Diese ist wiederum nur eine von Milliarden anderen Galaxien. Blicken wir des nachts zum wolkenlosen Himmel empor, erkennen wir das hell schimmernde Band der Milchstraße. Dieses Bild entsteht dadurch, dass wir uns in der Zentralebene unserer diskusförmigen Galaxisbefinden und in Richtung auf deren Ränderblicken. Die Milliarden Sterne, die dabei in unser Blickfeld geraten, stehen alle neben- und hintereinander in der Tiefe des Raumes, gehören alle zu unserer Galaxis. Alles, was wir heute über das Sonnensystemwissen, haben Naturwissenschaftler in den vergangenen Jahrhunderten erdacht, gemessen und zu einem Bild zusammengefügt. Aber erst seit im Zeitalter der Raumfahrt die Möglichkeit geschaffen wurde, mit Raumsonden zu den Planeten zu fliegen, haben die, vom Erdboden aus gesehen, punktförmigen Himmelskörper, Gestalt und Farbe erhalten. Seitdem wissen wir Details über die Beschaffenheit der Atmosphären der Planeten, über die der Planetenkörper, über deren Magnetfelder, über die vielen Monde (von denen wir die meisten gar nicht kannten, weil sie von der Erde aus nicht zu sehen sind) und über viele andere Eigenschaften der Planeten.

Ausgangspunkt unseres Northeimer Planetenweges ist ein Punkt, wo der Wieterrandweg zwischen Dörtalsweg und Martinsgraben verspringt. Dort begegnen wir einem Schild, das uns einlädt, dem Weg am Waldrand entlang bis nach Sudheim zu folgen. Eine Tafel, auf der einige Daten der Sonne aufgeschrieben sind, steht unmittelbar neben einem großen Stein, der die Sonne symbolisieren soll. Von der Sonne aus führt uns der Weg zunächst zu dem Planeten, der der Sonne am nächsten steht, dem Merkur, den wir in 39 Meter Abstand von diesem "Sonnenstein" finden. Danach folgen die übrigen Planeten, jeweils durch eine Schautafel mit einem von Raumsonden aufgenommenen Bild des betreffenden Planeten beschrieben.

In der Tabelle sind einige Daten der Planeten zusammengefasst:

Nach Merkur finden wir die Tafel der Venus in 72 m, die der Erde in 100 m, gefolgt von der des Mars in 152 m, der des Jupiter in 520 m, der des Saturn in 954 m, der des Uranus in 1920 m, der des Neptun in 3010 m und schließlich der des Pluto in fast 4 km Abstand vom "Sonnenstein".

Um die Dimensionen dieses Systems noch auf andere Weise anschaulich zu machen, hier noch einige Erläuterungen: Würden Sie mit einer Geschwindigkeit von 4 km/h dem Planetenwanderweg folgen, so würden Sie in etwa 1 Stunde zum Pluto gelangen. In Wirklichkeit würden Sie sich, um in dergleichen Zeit, also in einer Stunde zum Plutogelangen zu können, im Weltraum mit einer Geschwindigkeit von 1,6 Millionen km pro Sekunde bewegen müssen. Licht breitet sich miteiner Geschwindigkeit von 300.000 km/s aus, Ihre Geschwindigkeit müsste also das 5,5-fache der Lichtgeschwindigkeit betragen (was natürlich unmöglich ist).

Der unserem Sonnensystem nächste Stern ist lpha / Proxima Centauri. Er ist 4,3 Lichtjahre entfernt. Würden Sie zu diesem Stern wandern wollen, wenn er wie unserem Planetenwanderweg im gleichen Maßstab auf der Erde symbolisch markiert wäre, würden Sie bis zu der uns gegenüber liegenden Seite der Erde, in die Nähe von Neuseeland wandern müssen - der Stern wäre in diesem Modell 27.000 km von uns entfernt! Es ist schwer, sich in diese riesigen Dimensionen hineinzudenken - dennoch ist das Wirklichkeit, ist unsere Nachbarschaft im Universum. Unsere Erde ist eine im Weltraumschwebende Kugel, durch die unsichtbaren Banden der Schwerkraft an die Sonne gebunden.

Einzig das Licht der Sonne spendet uns Energie, erwärmt den Planeten, so dass sich Leben entwickeln konnte - soweit wir wissen, nur auf diesem Planeten in unserem Sonnensystem. Es kann aber durchaus sein, dass in anderen Sonnensystemen Planeten wieder unsrige in günstiger Entfernung vom Zentralstern ähnliche Entwicklungen durchlaufen haben. Ob es dort lebendige Strukturen gibt? Wir werden es wahrscheinlich nie erfahren.

 

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Quelle:
Der Planetenwanderweg
von E. Keppler,
Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung

 

 

 

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Stadt Northeim, Stand 08.08.2005